Vedische Astrologie - Vastu

Jyotish & Vastu

Beziehung der 10 Mandalas des Rig Veda
zu den 10 Richtungen des Sthapatya Veda
im Licht der Navagrahas von Jyotish
und ihre praktische Anwendung

Orientierung, Bemaßung und Anordnung der Räume sind die drei wesentlichen Pfeiler im Sthapatya Veda, welcher auch als Vastu Vidya bekannt ist. Sein Hauptziel ist das Erschaffen von Baukörpern, die ein reibungsloses Leben im Einklang mit allen Naturgesetzen ermöglichen.

Ähnlich wie unser menschlicher Körper abhängig von seiner Reinheit und Struktur unser Wohlempfinden beeinflusst, ist auch die Wirkung eines Baukörpers zu betrachten. Es besteht eine bestimmte Harmonie in unserem menschlichen Körper, dadurch, dass all seine Teile in einer perfekten Art und Weise angeordnet, ausgerichtet und miteinander verbunden sind. Falls auch nur ein Teil fehlen würde oder nicht an seinem richtigen Platz sein würde etc., wäre die reibungslose Funktion des Körpers als Ganzes gestört. In einer ähnlichen Art und Weise erzeugt ein Baukörper durch seine Bauweise Gesundheit oder Krankheit für seine Bewohner und Besitzer.

Es besteht auch eine bestimmte Beziehung zwischen den grundlegenden Gesetzmäßigkeiten der kosmischen Intelligenz und den Himmelsrichtungen, welche im Bezug zur Drehung der Erde, ihrer Polarisation und der “Bewegung” der Sonne stehen. Unglücklicherweise ist das Verständnis der essentiellen Impulse des Naturgesetzes, die auch in den 9 Planeten der Vedischen Astrologie zum Ausdruck kommen, in Bezug zu den Himmelsrichtungen unterschiedlich.

Möge die folgende Ausarbeitung die “Selbst-verständliche” Beziehung zwischen den Himmelsrichtungen und ihren zugrundeliegenden Qualitäten für alle Generationen klären, so dass sie in der Lage sein mögen, im Einklang mit allen Naturgesetzen zu bauen und somit ihr Leben im Einklang mit dem Willen Gottes zu etablieren:


Beziehung der 10 Mandalas des Rig Vedas
zu den 10 Richtungen im Sthapatya Veda:

A) 1. Mandala = Paraprakriti = Richtung nach unten = unendliche Dynamik der Mutter Erde - lebendig in den Navaratnas - unterhalb des Baukörpers
B) 2. bis 9. Mandala = Prakriti = 8 Himmelsrichtungen = gelebte innere Natur - in den Räumen des Baukörpers
C) 10. Mandala = Purusha = Richtung nach oben = unendliche Stille des Universums – lebendig im offenen obersten Dachbereich durch den indirekten Lichteinfall und konzentriert im Punktwert des Kalashs auf dem Dach des Baukörpers

Ein wesentlicher Punkt und eine große Herausforderung ist die eins zu eins Entsprechung der Naturgesetze in den Himmelsrichtungen zu den bestimmten unterschiedlichen Raumnutzungen eines Baukörpers – ähnlich wie die Entsprechung des Vedas im menschlichen Körper!

Rechtes Verständnis von Jyotish hilft uns die zugrundeliegende Wirklichkeit zu enthüllen:

1) Die 8 Himmelsrichtungen entsprechen 4 mal 2 entgegengesetzten
Energien, die ausgedrückt werden in:

Surya – Chandra (Sonne – Mond)
Mangal – Shukra (Mars – Venus)
Guru – Shani (Jupiter – Saturn)
Rahu – Ketu (auf- und absteigender Mondknoten)
2) Der mittlere Bereich entspricht dem verbindenden Wert der
8 Himmelsrichtungen, welcher ausgedrückt wird in:

Budh (Merkur)
3) Hauptqualitäten des Naturgesetzes, die in den Navagrahas von Jyotish
widergespiegelt werden:

- Sy: sich selbst nährend - Ch: andere nährend
- Ma: verneinend - Sk: bejahend
- Gu: unbekümmert - Sa: sich kümmern
- Ra: nach außen gerichtet - Ke: nach innen gerichtet
- Bu: ausgleichend -
4) “Effekte” der Ausrichtung von Baukörpern, wie sie im “Maharishi Sthapatya Ved” bekannt gegeben wurden. Diese Effekte spiegeln oftmals die unausgewogenen Merkmale der Planeten wider – man kann jedoch noch den Zusammenhang zu den entsprechenden Planeten erkennen:
- Südosten: ständige Angst = Surya
- Nordwesten: unbeständig und geistig erschüttert = Chandra
- Süden: alle negativen Einflüsse, Zerstörung
  des Besitzers und seiner Familie
= Mangal
- Norden: Wohlstand, Glücklichsein = Shukra
- Osten: Erleuchtung, Überfluss, Erfüllung = Guru
- Westen: Armut, Mangel an Kreativität und Vitalität = Shani
- Südwesten: dauerhafter Streit = Rahu
- Nordosten: keine Heirat, keine Kinder = Ketu
- Mittel-Bereich: = Budh
5) Navagrahas von Jyotish bezogen zu den Hauptqualitäten,
Himmelsrichtungen und Räumen:

- Sy: sich selbst nährend
- Ch: andere nährend
- Ma: lebensnehmend
- Sk: lebensgebend
- Gu: unbekümmert
- Sa: sich kümmern
- Ra: nach außen gerichtet
- Ke: nach innen gerichtet
- Bu: ausgleichend
- Südosten
- Nordwesten
- Süden
- Norden
- Osten
- Westen
- Südwesten
- Nordosten
- Mittel-Bereich
= Küche
= Gästezimmer
= Esszimmer
= Elternschlafzimmer
= Eingang, Kinder
= Wohnzimmer
= Toilette, Badezimmer
= Meditationsraum
= Alle Räume verbindend
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